„So geht das nicht!“

Was für ein schöner Sonntag! Nach langer Zeit mal wieder Berlin. Museum. Kunst. Was nehmen wir denn? Ich entscheide mich für den Martin-Gropius-Bau in Mitte. Da kann man ja eigentlich nichts falsch machen. Die amerikanische Snob-Fotografin LEE MILLER wird gezeigt. Okay. Nehm‘ ich. Die Ausstellung: Stinklangweilig! Und was für eine Unverschämtheit… ich bin entsetzt! Jetzt hat man schon eine schöne Ausstellungsfläche, große hohe Räume und Flächen und wie werden dem gemeinem Besucher die Bilder präsentiert? Na? Richtig: In Zigarettenschachtel-Größe!!! Ist doch nicht zu fassen, wirklich. Kontaktabzüge im 6×6 cm Format werden in ebenso kleinen Rahmen gezeigt. Zum Kotzen, ehrlich. Gelungene Form von Verarsche! Und dann auch nur eine sehr kleine Auswahl des ansonsten sehr umfangreichem Werk der Foto-Tante. Nun gut.

 

Ich gehe also ein Stockwerk tiefer. Was erwartet mich da? Zunächst denke ich: Eine neumodische Krickel-Krackel-Ausstellung. GÜNTER BRUS. Noch nie gehört… ich Kunst-Banause. Aber was ich dann zu sehen bekomme ist ein grandioses Werk eines mir bis dato unbekannten Mannes. Ich bin so etwas von begeistert und kann es gar nicht glauben, was ich zu sehen bekomme! Haut mich glatt um. Ich sage mindestens hundert Mal zu mir selbst, als ich die Bilder anschaue: “ Cooler Typ, was für ein cooler Typ!“ Was für eine Leidenschaft, was für eine schöpferische Kraft dieser Mann hatte und in seine Bild-Text-Kombinationen packte. Wirklich, so etwas von stimmig. Jedes Bild, jede Aktion, die er auf Video festhalten ließ. „Wiener Aktionskünstler“. Und das Highlight ist für mich, dass er vor über 40 Jahren in einer Video-Installation „EINATMEN – AUSATMEN“ eingeblendet hat. Mein absoluter Lieblingsspruch, den ich oft verwende.

 

Vielleicht liegt es daran, dass ich lange so versunken war mit der Schaffenszeit des Österreichers. Jetzt die letzte Ausstellung also. Noch einmal eine „Künstlerin“. Frau GENZKEN. Total banal. Total gewollt. Ich kann es gar nicht recht fassen, was hier als „Kunst“ angeboten wird. Erschreckend, denke ich. Komplett sinnlose Figuren und Skulpturen aus kitschbunten Materialien, soll wohl ein bisschen poppig sein. Für den hippen Style-Touristen oder ungewohnten Kultur-Konsumenten. Fünf oder sechs Kleopatra-Büsten mit je verschiedenen Sonnenbrillen aneinandergereiht, Eames-Chairs, die auseinandergenommen von der Decke baumeln und sinnlos mit Kirmes-Plastikblumen verziert sind! Nicht mein Ding. Absolut nicht. Aber gut: Man ist ja auch irgendwann gesättigt, von der Kunst.

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