Betrifft: Wild-West! Die Kunst der Dinge oder die Dinge der Kunst!

Sicherlich kennen Sie die Szene aus alten Western Filmen, in der zwei merkwürdige Gestalten auf einer improvisierten Bühne stehen und wild fuchtelnd grünes Lebenselixier in einem kleinen Fläschchen anpreisen und die jubelnde Menge das selbstgepanschte Zeug gierig haben will! Die zweite Gestalt neben dem charmanten Schlitzohr-Verkäufer ist natürlich der geheilte Bucklige! So werden Geschäfte gemacht. Irgendwann fliegt dann der Schwindel mit den Quacksalbern und Kurpfuschern auf, verständlich. Dann sind irgendwann die Geschäfte ausgeschäftet und ob des Schwindels erlahmt.

Zehn-Zentimeter Farb-Spachtelhöhe ist scheinbar wieder sehr gefragt

Ganz so marktschreierisch geht es natürlich nicht auf ART Karlsruhe 2020 zu, hier wird wieder einmal eher im großen Stil einer selbstverliebten Szene gehuldigt, als ob der Heiland höchstpersönlich eingeflogen ist und die Geschäfte mit seinem Sachverstand segnet und ankurbelt! Die „Kunst“ und all die Halunken in Nadelstreifen und Highheels sind schon seit Jahrzehnten dermaßen abgekoppelt von dem was es eigentlich sein soll: Kunst. Und nicht Geld. Ein völlig verkorkster Haufen. Des Menschen größtes Übel, die Gier, wird wohl kaum übertroffen werden können und fordert immer neue Exzesse. Ob das nun die Künstler, Galeristen oder Käufer sind, alle laufen in dem Mauserad mit. Es ist einfach abartig, dass ein fader und eitler Richter noch ein paar Millionen in die Tasche steckt, oder ein weiteres langweiliges Banksy Bild durch die Köpfe und Hallen flattert, es ist mehr Show als Kunst! Es ist mehr Geld als Kunst! Und das ist das Unsinnige zum Köpfe schütteln, das macht es so widerwärtig. Auf den Schrecken, Prost!

Die Kuh macht immer noch Muh…

Die großen Hallen bleiben künstlich steril und kalt (alles schon mal gesehen, eine einzige uninspirierende Wiederholung, oh Graus) und man fragt sich, nach welchen Maximen hier Kunst präsentiert wird. Der Konservatismus ist einschläfernd und langweilig. Eine gleichbleibender Einheitsbrei. Bunt ist wieder sehr angesagt! Gerne auch quietschbunt. Malen und Malerei, groß und überall. Wahnsinnige Masterpieces sind dabei, keine Frage. Aber halt eben auch die zwanzig Farbklekse, die hinter einer Glasscheibe festgedrückt zum Verlauf wurden und man 4.000 EUR hinlegen darf. Gibt es wirklich noch irgendwen, der das kaufen möchte? Welche hochtrabende Interpretation oder geistreich-inspiriende Geschichte wird denn mit diesem Werk angeboten? Kopfschütteln. Hausierer und Bettler in Nadelstreifen und Highheels. Die Fotografie spielt eine verschwindet kleine Rolle. Das ist wohl wie in der Modeszene, mal Trend, mal nicht. Es gibt kein Richtig, kein Falsch in der Kunst, es ist die große Freiheit. Da kann auch mal für ein aktuelles kleinformatiges Mode-Foto-Bildchen mit einer gelangweilt dreinschauen Maid und Dirndl im Retrostil von einem Stuttgarter Fotografen für 18 TSD EUR aufgerufen werden! Für eine Tag-Nachtaufnahme (gut gemacht, absolut fotografisches Können und qualitative Umsetzung) im Panoramaformat ein Ständchen weiter werden mal eben 30 TSD EUR fällig. Ja, sind die noch ganz dicht? Oder wenn man sich sich die sterbenslangweiligen Foto-Bilderchen von einem gewissen Dieter Nuhr anschaut, eine Wand mit abgeblätterter Farbe oder eine Zugeschmierte, was ist das Gute? Zum Kotzen. Hier wird der Name verkauft und zwar ausschließlich. Jagd diese Nuhrs und diese Galeristen zum Teufel! Ja, andere Fotografen haben es besser gemacht, als einmal im Urlaub mit der Knipse umherzulaufen, ach ist das Spannend…

Eine andere Stuttgarter Galerie zeigt tatsächlich jedes Jahr dasselbe Programm, es ist doch nicht zu fassen! Als ich vor drei Jahren das erste Mal bei der ART war, war ich ja noch angetan davon, viel hat sich wohl nicht getan, das Gute ist ja, Kunst muss man nicht verstehen und schon gar nicht die seltsamen „Marktmechanismen“. Scheinbar geht das Geschäft aber für manche nicht mehr so auf, das große „Galeriensterben“ ist im vollen Gange. Haben sich wohl doch einige Leutchen etwas überhoben mit ihren abgehobenen Dingen, den Dingen der Kunst! Acht von zehn Galeristen geben an, weniger als 100 TSD EUR Jahresumsatz zu generieren, oh je, die Armen!

Bei dem einen oder anderen Künstler und Galeristen wünscht man sich eine höhere Macht und Einsicht, die Himmelspolizei sollte vielleicht hilfreich eingreifen und vor Schlimmerem schützen! Der Hoffnungsschimmer bleibt, jeder kann es schaffen! Und man sollte jedem seinen Erfolg gönnen! Was ich zugebe, was mir nicht bei Jedem gelingt… So nun auf, Ihr lieben Künsterlein, gehorcht Euren inneren Stimmen und Schreien, frisch an die Werkbank, dass wir auch das neue Jahrzehnt viele schöne bunten Kunst-Dinger zu sehen bekommen!

Unfreiwilliger Effekt von meiner Seite: Ich hatte den Mehrfachbelichtung-Modus nicht deaktiviert…

Die paar Bilder, die ich „geknipst“ habe, habe ich aus dem einen Grund gemacht, damit ich wenigstens etwas habe, was ich nicht wie bei 99 Prozent der Fläche verspürt habe: In das eine Ohr rein, aus dem anderen in Millisekunden wieder raus… Diese Kunst in der Mehrzahl bleibt schrecklich einfallslos und repetita! Und das, was dann da ist, wird malledeit und divenhaft feil geboten, bis die kleinste Zitrone auch ausgequetscht ist, Übel. Das ist keine „ehrliche“ Angelegenheit, nicht authentisch! Man sieht förmlich, dass der oder die Künstler/in nicht die Kunst, sondern das Geld in ihrem Sinn haben. So weit, so schlecht. Bis dahin!

zurück
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*